14.11.2009
In Anerkennung des langjährigen Wirkens im Interesse ihrer Mitmenschen in St. Martin, in der Region Südliche
Weinstraße sowie im Herkunftsort Fußgönheim im Rhein-Pfalz-Kreis, überreichte in Absprache mit Landrätin Theresia Riedmaier der Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises, Werner Schröter, Landesehrennadeln an die Eheleute Thea und Erwin Diehl.Dies im Auftrag des Präsidenten der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier.
(fll) FOTO : FREIDEL Von links OB Marie-Luise Klein, Udo, Erwin, Thea, Heiko Diehl, Landrat Werner Schröter.
Freunde und Wegbegleiter, begrüßt von Ortsbürgermeisterin Marie-Luise Klein, wohnten dem Festakt im Bürgerhaus am Freitag, den 13. November bei.
Landrat Schröter betonte, dass diese Ehrung vor seinem Ausscheiden vom Amt besonderen Stellenwert habe und ihm ein großes Bedürfnis zu Grunde liege.
Beiden Diehl's, so Schröter, vereine als gemeinsame Basis für ihr selbstloses Wirken die Sammelleidenschaft. Diese ist verbunden mit hoher Sachkenntnis und großem Interesse zur Pfälzischen Geschichte sowie des Handwerks. Davon profitieren seit 1968 ab Gründung des Heimat- und Kulturkreises durch Karl Freidel auch die Heimatfreunde der Region. Dazu gehört die Erinnerung an das Schuhmacherhandwerk im Zentrum Alte Schule in Dannstadt.
1982 entstand mit enormen Aufwand und mit viel Phantasie in St.Martin "Katsches Kelterhaus". So wurde ein nostalgisches Winzerdomizil des 18. Jahrhunderts aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Es steht in der Haardtgasse 4 Freunden der pfälzischen Geschichte und auch den Liebhabern zeitgenössischer Kunst zur Verfügung.
Erwin Diehl ist Allroundhandwerker. Die Holzbehandlung ist seine Spezialität, aber auch vor Eisen, Stahl und Marmor schreckt er nicht zurück. Das Heimatmuseum sowie das Deutsche Kartoffelmuseum haben den meisten Nutzen aus dem Wirken der Eheleute Diehl ziehen können. Auch die Decke des Schloss-Saales sowie die Stuckdecken des Museums, die viele Besucher als vom alten Schloss stammend deuten, tragen die Handschrift von Erwin Diehl. Treffpunkt beider Sammelleidenschaft sind die Flohmärkte auch in weiterer Entfernung. Die Ergebnisse führten zu Sonderausstellungen sowohl im Domizil St. Martin oder im Schloss-Seitentrakt Fußgönheim. Genannt seien "Ur-Omas Küche" oder "Schlösser, Schlüssel und Beschläge". Die Sonderausstellung "Not macht erfinderisch - vom Stahlhelm zum Kochtopf" war so nachhaltig, dass sie ein eigenes Domizil in der Schloss-Scheune erhielt. Die Jungfilmer des Vereins drehten davon einen Film, der den Kulturpreis des Rhein-Pfalz-Kreises, dotiert mit 5000 Euro erhielt. Thea Diehl, gelernte Plätterin, "Katche" genannt, erhielt 2005 ebenfalls in der rustikalen Scheune eigens eine Museumsabteilung mit dem Titel "Wasch- und Plätt-Tag". Beide Abteilungen sind in die Führungen bei Gruppenbesuchen integriert.
Beide sind seit 2005 Ehrenmitglieder des Heimat-und Kulturkreises Fußgönheim e.V.1968. Anlässlich dieser Ehrung übereigneten sie dem Museumsverein ihre umfangreiche Sammlung "Vom Kochtopf bis zum Einspänner-Schnappkarren".
Für ihre Sammlung "300 Jahre Geschichte der Küche" (seit 1998 im Winzerhaus St. Martin), sowie für die Themen "Leuchter, Lichter und Laternen aus vier Jahrhunderten" , für die "Schlösser" und für Fahrräder mit Hilfsmotoren zum Motto "Als das Rad sich wieder drehte", werden aktuell weitere Ausstellungsflächen gesucht. Zu ihren Glückwünschen überreichten Ortsbürgermeisterin Klein und Hedy Heller von den Dannstadter Heimatfreunden Blumen. Den Musikpart hatten Ernst Käshammer, Fußgönheim (Drehleier) und Nico Polizzano, Mannheim, (Handharmonika). Der Heimatkreis Vorsitzende dankte Schröter mit einem Schloss-Bild für "gute Jahre der Zusammenarbeit".Vielen Künstlern der Südpfalz und der Haardt, darunter der verstorbene Maler Florian Frieling, stellte das Ehepaar Diehl ihr Winzerhaus für die Präsentation von Kunst zur Verfügung. Das Thema "Waschtag" von Thea Diehl und "Kunst in Katsches Kelterhaus" sowie die Sammlungen von Erwin Diehl haben pfalzweit einen guten Namen.